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Backcrossing (Rückkreuzungszüchtung)

REVIEW Term Laienrelevanz: hoch

Stand: 2026-06-20

Synonyme: Rückkreuzen Cannabis Backcross BX-Strategie Cubing (Cannabis-Community)

Kurzdefinition

Backcrossing überträgt eine einzelne Zieleigenschaft vom Donor-Genotyp in den genetischen Hintergrund eines Recurrent Parent (RP), dessen Eigenschaften möglichst vollständig wiederhergestellt werden sollen.

Wissenschaftliche Beschreibung

Theoretische vs. tatsächliche RP-Wiederherstellung

Generation Theoretisch Tatsächlich (Q10)
BX1 75,00 % 67,4 %
BX2 87,50 % ~82 %
BX3 93,75 % ~91 %
BX4 96,875 % ~95 %

Hintergrund Q10-Diskrepanz: Cannabis hat ein relativ großes Genom (~800 Mb) mit variablen Rekombinationsraten. Die theoretischen 75 % gelten für unendlich viele, gleichmäßig kartierte Marker — in der Praxis ist die Effizienz geringer. Mit MAB (Background-Selektion) kann die tatsächliche Effizienz wieder an die Theorie herangeführt werden.

3-Ebenen-Selektion im MAB

Ebene 1: Phänotypisch (Wuchsform, Blütezeit, Trichome)
Ebene 2: Foreground-Marker (Bestätigung Zielgen = Zieleigenschaft vorhanden)
Ebene 3: Background-Marker (Auswahl der Pflanzen mit maximalem RP-Anteil)

MAB mit ≥3 Background-Markern erreicht 97 % RP-Wiederherstellung in 3 BX-Generationen — 1–2 BX-Generationen früher als ohne Marker-Selektion.

Praxisbeispiel: PM2-Resistenz (Echter Mehltau)

Echter Mehltau (Golovinomyces sp.) ist eine bedeutende Krankheit im Cannabis-Anbau. Seifi 2025 identifizierte den PM2-Resistenzlocus auf Chr 9 — ein natürlicher QTL in resistenten Landrassen.

MAB-Protokoll für PM2: 1. Donor × RP → BC1F1 → Foreground-Selektion (PM2-Marker) + Phänotyp-Test 2. BC1F1 × RP → BC2F1 → Background-Selektion (HASCH-Panel) 3. BC3F1 = ~93,75 % RP-Hintergrund + PM2-Resistenz intakt

Kein bekannter Resistenzmarker für HLVd (Hop Latent Viroid) — manche Kultivare zeigen reduzierte Symptome, jedoch kein genomischer Resistenzlocus identifiziert.

Cannabis-Community: "Cubing"

Der Begriff "Cubing" entspricht dem BX3 (3× Rückkreuzen) in der Cannabis-Community. Nach 3 Generationen gilt ein Genotyp als "etabliert" und phänotypisch dem RP gleichwertig.

Inzuchtkoeffizient im Backcross

F → 0,5 in BX-Linien (wiederholte Kreuzung mit RP hält Heterozygotie aufrecht). Erst zusätzliches Selfing (S1) nach BX erhöht F in Richtung 1,0 → "feminisierte BX-Linien" sind BX + S1 und tragen sowohl RP-Hintergrund als auch erhöhte Homozygotie.

S1 + BX-Kombination

BX + S1 erzeugt feminisierte Linien mit hohem RP-Anteil → Kompromiss zwischen Sortenstabilität (Homozygotie durch S1) und genetischem Hintergrund (BX-Wiederherstellung). Erhöhter Inzuchtdepressionsrisiko verglichen mit F1-Hybridansatz.

Anbau-Relevanz

Anbau-Relevanz noch nicht dokumentiert.

Verwandte Begriffe

Quellen

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Seifi 2025 — PMID: 11966446 (PM2-Locus Chr 9, MAB) PMID
  2. Borin 2021 — PMID PMID: 8540786 (20 SSR-Marker) PMID
  3. de Ronne 2025 (~60-Mb-Chr7-Haplotyp, Linkage Drag)
  4. Q10 (tatsächliche BX1-Effizienz 67,4 % nicht 75 %)

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