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HHC

REVIEW Substanz Laienrelevanz: mittel Evidenz

Stand: 2026-06-20

Synonyme: Hexahydrocannabinol 9R-HHC 9S-HHC

HHC (Hexahydrocannabinol)

Kurzdefinition

HHC ist ein hydriertes Derivat von Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC), bei dem die Δ9-Doppelbindung des Kohlenstoffring-Systems durch Wasserstoff-Sättigung entfernt wurde. Dies erzeugt zwei Diastereomere: 9R-HHC (höhere CB1-Affinität, psychoaktiver) und 9S-HHC (geringere Aktivität).

Wissenschaftliche Beschreibung

Struktur und Isomerie

HHC entsteht durch katalytische Hydrierung von THC oder Δ8-THC. Die Sättigung des Rings erzeugt zwei Diastereomere: - 9R-HHC: signifikant höhere CB1-Rezeptor-Affinität und psychoaktive Potenz - 9S-HHC: deutlich geringere biologische Aktivität

Industrielle Herstellungsprozesse erzeugen variable Mischungsverhältnisse der beiden Diastereomere, was zu unvorhersehbarer Gesamtpotenz führt.

Psychoaktive Potenz

  • Kombinierte psychoaktive Potenz (beide Diastereomere): 70–80 % von Δ9-THC
  • 9R-HHC allein: vermutlich höher als die kombinierte Potenz
  • CB1-Bindungsaffinität: beide Diastereomere binden an CB1; 9R-HHC hat deutlich höhere Affinität

Metabolism

HHC wird zu 11-OH-HHC metabolisiert, das strukturell 11-OH-THC ähnelt. Der Großteil der psychoaktiven Effekte könnte vom Metaboliten stammen.

Synthetische Herkunft

HHC ist kein natürlicher Bestandteil von Cannabis. Es wurde erstmals 1940er Jahre von Roger Adams synthetisiert. In modernen Cannabinoiden kommt es nur in minimalen Spuren vor.

Sicherheit & Regulierung

Toxikologische Bewertung

  • Datenlage: Begrenzte Humantoxikologie; keine Langzeitstudien vorhanden
  • Tierstudien: In-vitro-Bindungsstudien bestätigen CB1/CB2-Rezeptor-Interaktion; In-vivo-Verhaltensstudien fehlen weitgehend
  • Metaboliten: Identisch mit THC-Metaboliten; jedoch unbekannte Langzeitfolgen der Akkumulation im Fettgewebe

Regulierung und rechtlicher Status (2024/2025)

  • USA: Fällt oft unter Bundesanalogegesetz (Federal Analogue Act); rechtlich umstritten
  • EU: Potenziell NpSG-reguliert (Neue psychoaktive Stoffe); EU-Analogiebestimmungen können gelten
  • Deutschland: Explizit im NPSG (Neue-Psychoaktiv-Stoffe-Gesetz) verboten
  • Andere Länder: Explizites Verbot in wachsender Zahl von Staaten

Marktrisiken

  • Keine obligatorische analytische Prüfung in den meisten Märkten
  • Variable Diastereomer-Verhältnisse → unvorhersehbare Dosiswirkung
  • Rückstände von Synthesekatalysatoren und Lösungsmitteln möglich

Verwandte Begriffe

  • Δ9-THC: Natürliches Cannabinoid; Strukturvorlage für HHC-Hydrierung
  • Δ8-THC: Isomer von THC; ebenfalls Substrat für HHC-Synthesis
  • Semisynthetische Cannabinoide: Übergeordnete Kategorie
  • Cannabinoid-Isomerie: Konzept der strukturellen Isomerität
  • CB1-Rezeptor: Primäres Zielprotein für Psychoaktivität

Quellen

  • Adams R. (1947). Marihuana. Bull. N.Y. Acad. Med.
  • FDA (2022). Five Things to Know about Delta-8 Tetrahydrocannabinol.

Quellen

  • https://doi.org/10.3390/molecules23081946
  • Morales P et al. (2018): Molecular Targets of Cannabinoids. Molecules 23(8):1946. doi:10.3390/molecules23081946

Verwandte Begriffe

Evidenz-Hinweis: Die hier zitierten Studien und Forschungsergebnisse geben den aktuellen Stand der Wissenschaft wieder. Einzelne Studien belegen keine allgemeingültigen Aussagen. Die Qualität und Reproduzierbarkeit kann variieren.