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PAR-Quantumsensor

REVIEW Term Laienrelevanz: mittel

Stand: 2026-06-21

Synonyme: Quantumsensor PPFD-Sensor PAR-Meter Lichtquantensensor

PAR-Quantumsensor

Kurzdefinition

PAR-Quantumsensoren messen die Photosynthetic Photon Flux Density (PPFD) im Wellenlängenbereich 400–700 nm in der Einheit µmol/m²/s. Sie sind das Standardinstrument zur Beurteilung der photosynthetisch wirksamen Strahlung im Cannabis-Anbau und direkt mit Ertrag, Cannabinoid-Synthese und Terpen-Produktion verknüpft.

Wissenschaftliche Beschreibung

Messprinzip

Der Quantumsensor nutzt eine Photodiode, die eingehende Photonen im PAR-Spektrum (400–700 nm) in ein elektrisches Signal umwandelt. Ein vorgeschalteter Cosinus-Korrektor aus Acrylat oder PTFE stellt sicher, dass auch diffuses Licht (flacher Einfallswinkel) korrekt gewichtet wird.

Führende Fabrikate und Vergleich

Merkmal LI-COR LI-190R Apogee MQ-500
Spektralbereich 400–700 nm 400–700 nm (Full-Spectrum)
Cosinus-Korrektion Laborgrad Feldoptimiert
Rekalibrierungsintervall 6–12 Monate 6–12 Monate
Gehäuse Laborgrad Wetterfest, robust
LED-Kompatibilität Full-Spectrum-Modelle Nativ Full-Spectrum
Preissegment Premium Mittelklasse

LI-COR LI-190R: Industriereferenz seit über 50 Jahren, NIST-traceable Kalibrierung ab Werk. Standard in wissenschaftlichen Studien.

Apogee MQ-500: Weit verbreitet im kommerziellen Cannabis-Anbau. Robustes, wetterfestes Gehäuse. Drift <5 %/Jahr.

Kalibrierung

  • Kalibrierstandard: NIST-traceable Lichtquellen
  • Intervall: 6–12 Monate (Werksrekalibrierung empfohlen)
  • Zertifikat: Kalibrierzertifikat mit Ablaufdatum

Abgrenzung: PAR-Sensor vs. LUX-Sensor

LUX-Sensoren sind für das menschliche Auge kalibriert (photopische Kurve, Maximum bei 555 nm grün) und gewichten blaues und rotes Licht – die für die Photosynthese entscheidenden Wellenlängen – drastisch unter. PPFD-Werte aus LUX-Messungen sind nur mit lichtquellenspezifischen Umrechnungsfaktoren nutzbar.

Anbau-Relevanz

PPFD-Zielwerte für Cannabis (Orientierung)

  • Jungpflanzen / Bewurzelung: 200–400 µmol/m²/s
  • Vegetative Phase: 400–600 µmol/m²/s
  • Blütephase: 600–1000 µmol/m²/s (LED)
  • CO₂-angereicherter Anbau: bis 1500 µmol/m²/s möglich

Platzierungsstrategie (PAR-Mapping)

  1. Anbaufläche in Rasterzonen einteilen (z. B. 30 × 30 cm Grid)
  2. Sensor auf Canopy-Höhe positionieren, unverdeckt von Pflanzen oder Leuchten
  3. PPFD-Wert im Zentrum jeder Rasterzone messen und dokumentieren
  4. Heatmap erstellen → Hotspots und Schattenzone identifizieren
  5. Leuchtenhöhe und -abstände anpassen

Wichtig: Wandmontierte oder deckenmontierte Sensoren erfassen nicht die Bedingungen, die die Pflanzen tatsächlich erleben. Canopy-Level-Messung ist zwingend.

Kalibrierungslücke in der Praxis

Viele kommerzielle Cannabis-Betriebe führen keine dokumentierten Kalibrierprotokolle. Ein PAR-Sensor mit 15 % negativer Drift verleitet Anbauer, Leuchten zu nah an die Canopy zu positionieren → erhöhte Canopy-Temperatur → reduziertes VPD → verringerte Transpiration → Ertragseinbußen. Pflichtrekalibrierung zu Beginn jedes Anbauzyklus oder mindestens jährlich.

Vernetzung / Datenausgabe

  • Analog: 0–2,5 V (Standard für Datenlogger)
  • Digital: SDI-12 (für Mehrkanal-Datenlogger-Systeme)
  • Integration in IoT-Plattformen (Monnit, Onset HOBO, GrowerIQ)

Verwandte Begriffe

  • co2-ndir-sensor — NDIR-CO₂-Sensor für Photosynthese-Bedingungen
  • drahtlose-sensornetzwerke-iot — LoRaWAN/Zigbee-Vernetzung für PAR-Datenstrom
  • substratfeuchte-sensoren — Ergänzendes Substratmonitoring

Quellen

  • LI-COR LI-190R Documentation
  • Apogee Instruments – Grow Light Position PAR Meter
  • MIGRO Case Study (Apogee MQ-500 PAR Mapping)
  • Wang CT et al. (2022): Air quality in cannabis cultivation facilities. Environ. Sci. Technol. doi:10.1021/acs.est.1c06372

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Cannabis sativa: The Plant of the Thousand and One Molecules. Front Plant Sci 7:19 (2016) DOI
  2. Cannabis sativa: A comprehensive ethnopharmacological review. J Ethnopharmacol 227:300-315 (2018) DOI
  3. Phytochemistry of Cannabis sativa L. Prog Chem Org Nat Prod 103:1-36 (2017) DOI

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