Kurzdefinition
CBDAS katalysiert dieselbe Klasse oxidativer Reaktion wie thcas, produziert aber überwiegend Cannabidiolsäure (CBDA) statt THCA — aufgrund von vier Aminosäure-Unterschieden im aktiven Zentrum.
Wissenschaftliche Beschreibung
Aktives Zentrum: Vier kritische Unterschiede zu THCAS
| Position | THCAS | CBDAS | Funktion |
|---|---|---|---|
| 69 | His | Gln | Elektronentransfer |
| 180 | Cys | Gly | FAD-Umgebung |
| 414 | Ala | Val | Substratpositionierung |
| 445 | Ile | Thr | Ringorientierung |
Diese vier Substitutionen drehen die Regiochemie der Ringschlussreaktion um: CBDAS erzeugt das CBD-Gerüst (trans-Doppelbindung), THCAS das THC-Gerüst (Tetrahydropyranring). Die Produktspezifität ist nicht absolut: CBDAS produziert ~95 % CBDA + ~5 % THCA.
Genomik im CBDRx-Referenzgenom
Drei Synthase-Cluster auf Chr 7: - ~26 Mb: CBCAS-Array (7 Kassetten, kein funktionelles CBDAS) - ~29 Mb: CBDAS-ähnliche Sequenzen (5 Einträge, meist Pseudogene) - ~31 Mb: Einzelne funktionelle CBDAS (solitär, LOC115697762)
Im Lynch-2025-Pangenome (193 Genome): CBDAS2-Allel häufiger in Hanf-dominierten Akzessionen. Hemp-Introgression bringt ein Chr7-Segment aus C. sativa ssp. spontanea in Chemotyp-III-Kultivare.
Epigenetische Regulation
Conneely 2024 identifizierte einen Distal-Enhancer bei Chr7:30,985,961–30,986,744 mit starker H3K56ac- und H3K4me3-Anreicherung ausschließlich in Trichomen (log2FC = 9,15 Trichome vs. Blatt). In Blättern ist der CBDAS-Locus H3K27me3-reprimiert.
Allele und Marker
- CBDAS1 / CBDAS2: zwei Hauptallele, unterschieden durch PCR-Marker B1080 (assoziiert mit BD-Allel am bt-bd-locus)
- Vollständiger THC-<0,3 %-Status: BD/BD-Homozygotie + funktionelle CBDAS ohne THCAS
Anbau-Relevanz
- THC-Overshoot-Risiko: Späte Blüte kann CBGA-Überschuss zur THCA-Produktion über CBDAS (5 %-Nebenprodukt) führen → EU-Grenzwert-Überschreitung möglich.
- CBDA-Decarboxylierung: CBDA → CBD bei ~110 °C (Faktor 0,877).