Kurzdefinition
Chemotyp-III-Pflanzen sind BD/BD-homozygot und produzieren fast ausschließlich CBDA. Das CBDRx-Referenzgenom (Grassa 2021) ist der Standard-Chemotyp-III-Akzession mit 15 % CBD und 0,8 % THC (18:1-Ratio).
Wissenschaftliche Beschreibung
Genomische Struktur (CBDRx)
Drei Synthase-Cluster auf Chr 7: 1. ~26 Mb: CBCAS-Array (7 Kassetten, kein CBDAS, kein THCAS) 2. ~29 Mb: CBDAS-ähnliche Sequenzen (5 Einträge, überwiegend Pseudogene) 3. ~31 Mb: Einzelne, solitäre, vollständig funktionelle CBDAS
Kein funktionelles THCAS im CBDRx-Haplotyp — der 5-%-THCA-Anteil der CBDAS ist die einzige THC-Quelle.
Hemp-Introgression
Grassa 2021: Moderne CBD-Sorten tragen einen Chr7-Block aus C. sativa ssp. spontanea (Wildhanf/Faserhanf) in einem ansonsten >89 % Marijuana-Hintergrund. Diese Introgression brachte die hochfunktionelle CBDAS (BD-Allel) in Drogentyp-Genetik.
THC-Overshoot-Risiko
Das 5-%-THCA-Nebenprodukt der CBDAS wird in späten Blühphasen relevant: Bei hoher CBDA-Produktion kann absolut genug THCA entstehen, um den EU-Grenzwert (0,3 %) zu überschreiten, besonders wenn: - Ernte verzögert wird - Decarboxylierung (Wärme, UV) THCA zu THC umwandelt - CBGA-Überfluss bei üppiger Düngung entsteht
Anbau-Relevanz (EU-Faserhanf)
- EU-erlaubte Sorten: CBD:THC ≥ 10:1; THC-Grenzwert 0,3 % ab 2023 (vorher 0,2 %)
- Erntezeitpunkt-Management: Frühzeitige Ernte reduziert THC-Overshoot-Risiko
- TILLING-Züchtung (EMS-Mutagenese): Kann THCAS vollständig inaktivieren → THC-freie Chemotyp-III-Sorten ohne GMO-Status