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11-Nor-9-Carboxy-Δ9-Tetrahydrocannabinol

REVIEW Substanz Laienrelevanz: hoch

Stand: 2026-06-20

Synonyme: 11-Nor-9-carboxy-THC Carboxy-THC THCCOOH THC-COOH

11-Nor-9-Carboxy-Δ9-Tetrahydrocannabinol

Kurzdefinition

THC-COOH ist der inaktive terminale Metabolit von thc-delta9, entstehend durch oxidative Umwandlung von 11-hydroxy-thc. Als pharmakologisch unwirksame Substanz dient THC-COOH als primärer Biomarker für thc-delta9-Konsum in toxikologischen und forensischen Analysen.

Wissenschaftliche Beschreibung

Metabolische Entstehung und Enzymatik

THC-COOH entsteht durch die weitere oxidative Metabolisierung von 11-hydroxy-thc mittels des cyp450-cannabis, primär katalysiert durch CYP2C9 und CYP3A4. Die Oxidation führt zu einer Carbonsäure-Funktionalgruppe am C-11-Kohlenstoff, die das Molekül bedeutend weniger lipophil macht als die Ausgangssubstanz.

Glucuronidierung und Ausscheidung

Nach seiner Bildung wird THC-COOH hauptsächlich durch Phase-II-Glucuronidierung mittels der Enzyme UGT1A9 (UDP-Glucuronosyltransferase 1A9) und UGT2B7 conjugiert. THC-COOH-Glucuronid ist die primäre Ausscheidungsform im Urin und stellt den Hauptendzustand des thc-delta9-Metabolismus dar.

Pharmakologische Inaktivität

THC-COOH zeigt keine pharmakologische Aktivität an cannabinoidergischen Rezeptoren (cb1-rezeptor und cb2-rezeptor). Seine biologische Relevanz ist daher rein als Metabolitenmarker gegeben, nicht als aktive Substanz.

Pharmakologische Relevanz

Forensische und Toxikologische Bedeutung

THC-COOH ist das standardisierte Nachweismarker im Urin-Screening für thc-delta9-Konsum:

Immunoassay-Screening (SAMHSA-Standard): Cutoff 50 ng/mL (Urin)

Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) Bestätigung: Cutoff 15 ng/mL (Urin) — höhere analytische Spezifität und Sensitivität

Nachweiszeiten im biologischen Material

Urin: - Gelegenheitskonsum: 3–4 Tage Nachweisbarkeit - Chronischer Konsum (tägliche oder regelmäßige Verwendung): bis zu 30+ Tage Nachweisbarkeit - Ursache für lange Nachweiszeiten: lipophilie-verteilung von THC und dessen Metaboliten mit langsamer retrograder Freisetzung

Blut: - 2–7 Tage nach Konsum nachweisbar - Deutlich kürzere Fenster als im Urin - Weniger zuverlässig für Chronikkonsum-Nachweis

Haare: - Bis zu 90+ Tage oder länger nachweisbar - Retrograde Einlagerung in das Haarfollikel-Epithel - Höchste Zeitauflösung für Konsumhistorie

Klinische und Toxikologische Implikationen

  • Aktive Intoxikation: THC-COOH-Nachweis zeigt vergangenen Konsum an, nicht aktuelle Intoxikation oder Fahrtüchtigkeit
  • Langzeitspeicherung: Die Divergenz zwischen plasmatischer THC-Elimination (Halbwertszeit <1 Tag) und Metabolit-Nachweiszeiten reflektiert die lipophilie-verteilung von Cannabinoiden
  • Abgrenzung vom aktiven Metaboliten: Im Gegensatz zu 11-hydroxy-thc hat THC-COOH keine psychoaktiven Effekte, ist aber erheblich persistenter

Verwandte Begriffe

  • 11-hydroxy-thc
  • pharmakokinetik
  • cyp450-cannabis
  • thc-nachweisdauer
  • thc-delta9
  • lipophilie-verteilung

Quellen

  • Huestis, M. A. (2007). "Human Cannabinoid Pharmacokinetics." Chemistry & Biodiversity, 4(8), 1770-1804. DOI: 10.1002/cbdv.200790152. PMID: 17712819

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Huestis 2007 DOI:10.1002/cbdv.200790152 PMID:17712819 DOI PMID